Facebook macht Ernst beim Kampf gegen Fake Accounts

Facebook-Zentrale in Menlo Park. (Foto: achinthamb / Shutterstock Inc.)


| Hinweis: Artikel enthält Provisions-Links – Was ist das?

Facebook geht jetzt juristisch gegen Fake Accounts vor: Das soziale Netzwerk verklagt nun erstmals Unternehmen und Privatpersonen. Die Spur der Fakes führt nach China.

Facebook hat bereits am 1. März 2019 am US-Bundesgericht gegen vier Unternehmen und drei Privatpersonen Klage eingereicht. Sie sollen mit gefälschten Nutzerkonten, Likes und Followern gehandelt und ihr Angebot auf verschiedenen Plattformen vermarktet haben.

Facebook wirft den Angeklagten nicht nur den Handel mit Fake-Accounts und Social Engagement vor, sondern auch Markenrechtsverletzungen wie beispielsweise die Verwendung der Marke in der Domain. Vom Betrug betroffen, seien laut dem Unternehmen nicht nur Facebook und Instagram, sondern auch andere Online-Plattformen wie Amazon, Apple, Google, Twitter und Linkedin.

Mit dieser Klage möchte Facebook laut eigener Pressemitteilung verdeutlichen, dass gefälschte Profile und Engagement auf den eigenen Plattformen nicht toleriert werden und gibt an, auch in Zukunft mit aller Härte dagegen vorzugehen.

2018 löschte Facebook 583 Millionen Fake Accounts

Schon im letzten Jahr setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben mit der Löschung von mehr als 583 Millionen Fake Accounts ein Zeichen und teilte mit, auch weiterhin täglich Millionen von Fake Profilen zu entfernen.

Das waren die Social Networks vor Facebook

Six Degrees war das erste soziale Netzwerk. (Screenshot: Six Degrees)

Als Vorreiter gilt der Devumi-Fall: Die New York Times recherchierte, dass das Unternehmen Devumi LLC gefälschte Twitter-Accounts und Retweets an Unternehmen und Privatpersonen verkaufte. Der Bericht nennt Zahlen von 3,5 Millionen erstellten Bot-Accounts und 200 Millionen verkauften Twitter-Followern. Ein Gericht in den USA veranlasste daraufhin im Februar dieses Jahres, dieses Geschäft umgehend einzustellen und machte es somit erstmalig illegal.

t3n meint:

Anbieter von gefälschten Konten nicht nur von den eigenen Plattformen zu verbannen, sondern nun auch rechtlich dagegen vorzugehen, ist ein bedeutender Schritt im Kampf gegen den Handel mit Fake Accounts. Es könnte einen maßgeblichen Einfluss auf das Social-Media-Marketing der Zukunft haben. Die Vergrößerung der Reichweite auf sozialen Plattformen gehört in vielen Unternehmen zu einem der wichtigsten Ziele.

Ein gesetzliches Verbot des Handels mit Fake Accounts und Engagement könnte zum Verlust bisheriger Follower führen und es künftig erschweren, neue hinzuzugewinnen. Wer heute auf gekaufte Fans und Likes setzt, sollte überlegen, wie er oder sie in Zukunft mehr echte Menschen begeistert und an die eigene Marke binden kann. Diejenigen, die auf den Kauf von Followern verzichten, dürften sich über das Vorgehen gegen unehrliche Wettbewerbsvorteile dieser Art freuen.

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